herman de vries, Foto: K. Winterhalter

herman de vries erhält Gerhard-Altenbourg-Preis 2019

Datum:
07.03.2019
Der bedeutendste Thüringer Kunstpreis, der Gerhard-Altenbourg-Preis, wurde im Jahr 2019 an den im Landkreis Haßberge lebenden Künstler herman de vries verliehen.

Der niederländische Künstler lebt seit 1970 in Knetzgau-Eschenau. Der 87-jährige Künstler ist durch sein künstlerisches Werk bekannt geworden, das sehr eng mit der Natur verbunden ist. Er ist zugleich Botaniker, Naturphilosoph, Eremit, Wanderer und Poet. Sein Material ist die Natur, insbesondere die Welt der Pflanzen, die er auf ausgedehnten täglichen Wanderungen sammelt, sortiert und collagiert. Dabei entstanden in den letzten Jahrzehnten enzyklopädische Werke von tiefer poetischer Kraft. Die Vielfalt von Gräsern, Rinden, Blüten, Blättern, Erden und Steinen wird in raumgreifenden Installationen oder seriell fixiert auf großen Papierbögen ganz neu sinnlich erfahrbar.

herman de vries besuchte von 1949 bis 1951 die Reichsgartenschule in Hoorn und arbeitete als Gärtner in Frankreich und den Niederlanden. Kurz darauf begann er künstlerisch zu arbeiten. Zunächst entstanden im Umfeld der Gruppe ZERO informelle Bilder, später flocht er sein Interesse an zufälligen Entwicklungsprozessen in seine Arbeiten ein. Parallel dazu blieb sein Hauptinteresse die Erforschung der Natur, der er künstlerisch und phänomenologisch auf die Spur zu kommen sucht.

Große Aufmerksamkeit wurde de vries zuteil, als er 2015 auf der Biennale di Venezia im Niederländischen Pavillon ausstellte. Weitere Ausstellungen der letzten Jahre fanden in Tokio (2007), Paris (2008), Moyland (2009), in der Kunsthalle Schweinfurt (2010), im Ernst Barlach Haus Hamburg (2016), in der Staatsgalerie in Stuttgart (2016) und im spanischen León (2017/18) statt.

Der Gerhard-Altenbourg-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert, die von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Sparkasse Altenburger Land und dem Freistaat Thüringen aufgebracht werden. Der Künstler erhält 10.000 Euro als Preisgeld, 40.000 Euro werden für eine Ausstellung und einen Katalog verwendet. Die Ausstellung wird von Oktober bis Dezember 2019 im Lindenau-Museum stattfinden.

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